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Aufruf
Für
eine
gemeinsame Schule für
alle!
Die Forschungsbelege sind eindeutig: Das gegliederte
deutsche Schulwesen in allen seinen 16 länderspezifischen Ausprägungen
beeinträchtigt für viele Kinder und Jugendliche das Menschenrecht auf Bildung.
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Es
verschärft die herkunftsbedingte Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen
statt sie abzubauen und Kindern/Jugendlichen Entwicklungschancen zu
sichern.
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Es
schiebt Teile der kommenden Generation von vornherein ins Abseits und
verknappt künstlich den Zugang zu akademischer Bildung.
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Es
gefährdet die erfolgreiche Bildungsentwicklung vieler Kinder und
Jugendlicher.
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Es
setzt Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen permanent unter auslesebedingten
Stress.
Diese Probleme sind durch noch so große Anstrengungen
aller Beteiligten innerhalb des traditionellen Schulsystems nicht zu lösen. Wir
verlangen eine andere Lernkultur, eine Strukturreform und eine größere
gesellschaftliche Wertschätzung von Bildung. Ein System- und Perspektivwechsel
hin zu einem integrativen/inklusiven Schulsystem ist unabdingbar. Eine
inklusive, gemeinsame Schule für alle ist im Kontext internationaler
Entwicklungen und der Herausforderungen der Zukunft die richtige Schule einer
demokratischen Gesellschaft.
Der Runde Tisch Gemeinschaftsschule, eine
verbandsübergreifende Berliner Initiative für die gemeinsame Schule für alle,
setzt sich deshalb für inhaltliche und strukturelle Veränderungen des
Schulsystems ein, die das längere gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen
befördern. Der Runde Tisch Gemeinschaftsschule sieht in der gemeinsamen Schule
für alle die notwendige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft und auf
die Probleme des traditionellen Schulwesens.
-
Eine gemeinsame Schule für alle ist eine Schule der
Vielfalt und Kooperation, keine nivellierende
Einheitsschule.
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Alle Mädchen und Jungen werden in ihrer
Individualität wertgeschätzt, gefördert und herausgefordert, ihre Potenziale
zu entwickeln.
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In der gemeinsamen Schule für alle sind alle Kinder
willkommen. Niemand wird ausgesondert oder beschämt.
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Eine gemeinsame Schule für alle ist
barrierefrei.
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Eine Differenzierung in unterschiedliche
Bildungsgänge erfolgt erst nach der 10.
Jahrgangsstufe.
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Unterricht im Gleichschritt und „Gleichmacherei auf
mittlerem Niveau“ werden durch eine Lernkultur überwunden, die starke und
schwache Schülerinnen und Schüler gleichermaßen fördert.
-
In einer gemeinsamen Schule für alle lernen Kinder
und Jugendliche für sich und füreinander Verantwortung zu
übernehmen.
Der Runde Tisch Gemeinschaftsschule wird sich an der
notwendigen öffentlichen Diskussion beteiligen, auch um Mehrheiten für den aus
unserer Sicht unabdingbaren Wandel der Schulstruktur und der Lernkultur zu
gewinnen.
Wir rufen alle Eltern, Schüler/innen und
Lehrer/innen sowie Organisationen und Interessenverbände dazu auf, mit uns
gemeinsam aktiv für die Weiterentwicklung des Schulsystems zu einem integrativen
System einzutreten. Machen wir uns gemeinsam stark für ein langes gemeinsames
Lernen aller Kinder und Jugendlichen und für die Beförderung einer integrativen
Lernkultur. Frühes Trennen und Ausgrenzen muss aufhören!
Wir begrüßen alle Bemühungen, die dazu führen, dass
Kinder und Jugendliche mit ihren individuellen Begabungen und Beeinträchtigungen
möglichst lange gemeinsam lernen. Schulen, die sich auf einen solchen Weg
machen, können deshalb mit unserer Unterstützung rechnen.
Wir freuen uns über jeden, der sich unserer
Initiative anschließt. Dazu rufen wir auf.
Berlin, den 20.12.2006
Erstunterzeichner/innen:
Abel,
Monika, Ev. Schule Neukölln; Barnickel, Gunter, GEW Berlin, Fachgruppe
Gymnasien; Benda, Ferencz, Ev. Schule Neukölln; Besler, Eva, GEW Berlin,
Fachgruppe Realschulen; Buntenbach, Annelie, DGB GBV; Buttgereit, Monika, SPD,
Mitglied d. LV; Cinar, Safter, Türkischer Bund Berlin-Brandenburg; Dobe, Mario,
Hunsrück-Grundschule; Dübbers, Sabine, GEW Berlin; Eden, Jürgen, Freie
Montessorischule Berlin; Falkenhagen, Monika, Walter-Gropius-Oberschule;
Friedsam, Peter, vds Berlin; Geidis, Jürgen, transnet; Giese, Robert,
Fritz-Karsen-Schule, GGG-Gesamtschulverband/Berlin; Gundacker, Norbert, GEW
Berlin, Fachgruppe Hauptschulen; Heyer, Peter, Grundschulverband; Hielscher,
Lee, Landesschülervertretung; Horn, Oliver, Freie Schule Pankow; Isensee,
Thomas, GEW Berlin; Kollberg, Britta, RAA Berlin; Langenbach, Knut,
Hauptpersonalrat; Laube, Erhard, Spreewald-Grundschule; Lederer, Klaus,
Linkspartei; Möllers, Claudia, OSZ Bürowirtschaft I; Müller, Karin,
Fritz-Karsen-Schule, AfS; Mutlu, Özcan, Bündnis 90/Grüne; Nové, Mike, SPD
Landesparteitagsdelegierter; Özcan, Ertekin, Förderation türkischer
Elternvereine; Paul, Eddie, Georg-Büchner-Oberschule; Petzold, Karin, AK GEM;
Preuss-Lausitz, Ulf, AK GEM; Prietzel, Jens, IG Metall Berlin; Rausch,
Hans-Jürgen, GEW Berlin; Rohr, Christiane, Bündnis 90/Grüne; Sack, Lothar,
GGG-Gesamtschulverband/Berlin; Schlüsselburg, Sebastian, Linkspartei; Scholz,
Dieter, DGB BB; Schuknecht, Paul, Friedensburg-Oberschule; Schurig, Hartmut, GEW
Berlin; Seggelke, Rose-Marie, GEW Berlin; Seiler-Beck, Marliese, GEW Berlin,
Fachgruppe Realschulen; Stumpenhusen, Susanne, Ver.di; Tremper, Roland, Ver.di;
Triebe, Manfred, GEW Berlin; Usta, Tülay, Türkischer Elternverein BB;
Widmer-Rockstroh, Ulla, Grundschulverband/Berlin; Zinke, Doro, DGB
BB
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