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Was der Runde Tisch
will! (Beschluss des Runden Tisches Gemeinschaftsschule
Berlin vom 18. Juni 2008)
Wer ist der "Runde Tisch Gemeinschaftsschule
Berlin"?
Eine seit Herbst 2006 aktive verbandsübergreifende Initiative. Alle, die sich
dem Aufruf "Für eine gemeinsame Schule für alle!" durch Unterschrift
anschließen, sind der Runde Tisch Gemeinschaftsschule Berlin. Mehr über
den Runden Tisch finden Sie auf unserer Website (www.rt-gemeinschaftsschule-berlin.de).
Was will der Runde Tisch?
Wir wollen, dass unser Schulsystem endlich im 21. Jahrhundert ankommt. Wir
wollen ein Schulsystem, das den gesellschaftspolitischen, den pädagogischen und
den wirtschaftlichen Erfordernissen unserer Zeit gerecht wird. Und dies ohne
Wenn und Aber. Wir wollen kein Herumgeeiere a la Hamburg - da will Schwarz-Grün
"längeres gemeinsames Lernen unter Erhaltung der Gymnasien" - was immer das
heißen mag -, sondern wirklich bis zum Ende der Pflichtschulzeit eine
gemeinsame Schule für alle, einschließlich der Kinder mit Beeinträchtigungen
Keine nivellierende Schule, sondern eine Schule der Vielfalt, aus der niemand
ausgesondert wird. Eine Schule, in der alle Mädchen und Jungen in ihrer
Individualität wertgeschätzt und nachhaltig gefordert und gefördert werden, ihre
Potentiale zu entwickeln. Wir wollen die Gemeinschaftsschule nicht als
zusätzliche Schulform. Wir wollen, dass alle Schulen Gemeinschaftsschulen
werden. Wie diese dann heißen werden, ist unwichtig: Gesamtschulen?
Grundschulen? Gymnasien? Gemeinschaftsschulen? Wichtig ist allein, dass Schluss
ist mit dieser Klassenmentalität eines Höheren und eines Niederen Schulwesens,
dass Schluss ist mit diesem Sonderrecht bestimmter Schularten, sich ihre Schüler
auszusuchen, während die anderen Schulen sehen müssen, wie sie mit den übrig
Gebliebenen umgehen.
Warum wollen wir
Gemeinschaftsschulen?
Weil es gesellschaftspolitisch notwendig ist! Das
selektive Schulsystem führt unter dem Vorwand der leistungsgerechten Auslese
faktisch zu einer Auswahl nach sozialer Herkunft. Es ist nicht geeignet, die
demokratisch gebotene Chancengleichheit zu stärken; es verschärft vielmehr durch
soziale Herkunft bedingte Unterschiede. Länder mit einem integrativen
Schulsystem erreichen bei besseren Durchschnitts- und Spitzenleistungen
geringere Leistungsunterschiede zwischen starken und schwachen Schülern.
Weil es wirtschaftlich notwendig ist! Zu viele
gering Qualifizierte, die kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, verlassen
unsere Schulen. Für sie werden teure Auffang- und Nachschulungsmaßnahmen
unterhalten, die im besten Fall zu einem stark verzögerten Eintritt ins
Berufsleben führen. Im Gegensatz zu vielen unserer europäischen Nachbarn sorgt
unser Bildungssystem bei weitem nicht für den akademischen Nachwuchs, der für
die Erhaltung der Wirtschaftskraft erforderlich ist. Der Mangel an
qualifizierten Fachkräften führt jedes Jahr zu enormen gesamtwirtschaftlichen
Einbußen.
Weil es pädagogisch möglich und weil es geboten
ist! Das selektive deutsche Schulsystem setzt die Ausgewählten
unter hohen Druck und demütigt die Ausgesonderten. So erzieht man keine Kinder
und Jugendlichen, die selbstbestimmt, selbstbewusst, selbstwirksam und
solidarisch unsere demokratische Gesellschaft gestalten und weiter entwickeln.
Nicht nur die Schulen anderer Länder, sondern auch in Deutschland beweisen viele
Grundschulen und auch Schulen des Sekundarbereichs durch ihre integrative Arbeit
- kein Kind beschämen, jedes verdient Anerkennung und Unterstützung! -,
dass die gemeinsame Schule für alle nicht Utopie bleiben muss, sondern
als Teil eines gerechteren und leistungsstärkeren Bildungssystems Realität sein
kann.
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